Von Pässen und Pannen
Startklar für die zweite Etappe: Walenstadt-Davos. (Foto: Marc Böhler)

Von Pässen und Pannen

Die gute Nachricht zuerst: Mein Flyer fliegt problemlos über die Berge. Und die Angst vor der grossen Reise ist erst mal weg. Vieles andere läuft nicht so wie geplant. Gleich zu Beginn musste ich die Abreise um einen Tag verschieben, wegen einem fürchterlichen Hexenschuss. Ich führte die Schmerzen auf das Räumen der Wohnung verbunden mit dem Schleppen von Kisten zurück. Es gab aber auch Stimmen, die meinten, es sei wohl psychosomatisch…

Am Mittwoch vor sieben Tagen ging es dann also los. Die Stimmung war super, als ich Beat, meinen ersten Reisepartner, in Zug traf – und sogar der Schutzengel, der mir eine liebe Freundin mit auf den Weg gab, tauchte kurz auf.

Auf der ersten Etappe: Begegnung mit dem Schutzengel. (Bild: Andrea Freiermuth)

 

Inzwischen liegen die Alpen bereits hinter uns, und wir sind  schon richtig weit gekommen. Vielleicht sogar etwas zu weit. In sieben Tagen haben wir fast 700 Kilometer und mehr als 9000 Höhenmeter absolviert. So viel war nicht geplant. Aber es ist nicht die erste Veloreise, bei der ich es am Anfang total übertreibe.

Das Protokoll: 7 Tage und fast 700 Kilometer mit mehr als 9000 Höhenmetern. (Bild: Andrea Freiermuth)

 

Auch hätte ich mir eigentlich bereits früher Zeit nehmen wollen, um einen Blog zu schreiben. Aber: Zuerst stieg zu Hause der Server aus, dann mühte ich mich mit zahlreichen technischen Probleme ab, die meine gefühlt tausend Geräte, die ich mitführe, verursachten. Das Bluetooth vom Handy wollte nicht mit jenem vom Navigationssystem verbinden, das Outlook streikte, nachdem es sich in ein ungesichertes Netz verbunden hatte. Und die GoPro-Kamera habe ich überhaupt noch nicht im Griff. Ich fürchte, all diese Gadgets werden mich noch das ganze kommende Jahr vor Herausforderungen stellen. Und immer wieder das Netz: Ich vermisse das Büro wirklich nicht, aber das schnelle WLAN schon sehr.

Falls unten nichts fährt, dann das Video mit diesem Link starten.

Technische Pannen hin oder her: Wir befinden uns derzeit in San Daniele di Friuli, eine Tagesetappe vor Triest. Velotechnisch liegen einige absolute Highlights hinter uns. Etwa der rund 60 Kilometer lange Radweg von Mals nach Meran, der auch Teil der Via Augusta ist. Hier trafen wir auf zahlreiche Tourenfahrer, die auf den Weg nach Venedig waren – oder ein Paar, das mit einem Hund im Körbchen von Füssen im Allgäu nach ins Südtirol radelte.

Vom Allgäu ins Südtirol: Das Wauwau geniesst den Fahrtwind. (Bild: Andrea Freiermuth)

 

Nach Bozen folgten zwei Bergetappen in den Dolomiten: Passo Nigra (1690) unterhalb des Rosengarten-Massivs und Karerpass (1752) sowie Passo San Pellegrino (1918) und Passo Staulanza (1733). Leider mussten wir die Strassen mit Töff- und Autofahrer teilen, aber im Vergleich zu den Passstrassen in der Schweiz war der Verkehr mässig – und das obwohl die erste der beiden Etappen auf einen Sonntag fiel.

Das Rosengarten-Massiv in den Dolomiten. (Bild: Andrea Freiermuth)

 

Heute schliesslich noch eine schöne Überraschung: Das Garmin, das mir zu Beginn so viele Probleme mit dem Laden des Tracks machte, führte uns über einen regionalen Radweg, den Cicliovia Pedemontana e del Collio. Nur einmal wurde es dabei etwas schwierig: Als der Weg plötzlich aufhörte und wir die Räder durch ein trockenes Flussbett schieben und auf der gegenüberliegenden Uferseite hochhieven mussten – sowas dachte ich, würde mir frühestens in Armenien begegnen.

Auf dem Ciclovia Pedemontana e del Collie: Unvermittelt wird der Radweg zum Flussbett. (Bild: Andrea Freiermuth)

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Das ist so fantastisch was du machst! Weiter gute Reise!

  2. Tolle Sache Andrea! Ich dachte vor ein paar Jahren ich sei ein verrücktes Huhn mit 70 von Konstanz nach Santiago de Compostela zu wandern. Aber was du da machst….. CHAPEAU! Ich freue mich riesig auf alles Weitere.

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